Diagnostische Einordnung:

Im Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen (DSM-IV-TR) und in der internationalen Klassifikation der Erkrankungen (ICD-10) werden für Autismus folgende Kennzeichen als Definitionsmerkmale genannt:

  • Qualitative Beeinträchtigungen der sozialen Interaktion
  • Qualitative Beeinträchtigungen in der Kommunikation und im Symbol- oder Phantasiespiel (rund die Hälfte der Kinder lernt nicht sprechen)
  • Ein deutlich eingeschränktes Repertoire von Aktivitäten und Interessen mit sich wiederholenden und stereotypen Verhaltensweisen

 

Der Bundesverband „Autismus Deutschland e.V.", schreibt dazu:

„Kinder mit Autismus können zunächst keine Geste, kein Lächeln, kein Wort verstehen. Sie können zu anderen Personen, selbst zu den eigenen Eltern, kein normales Verhältnis herstellen. Sie ziehen sich zurück, kapseln sich "autistisch" ab - daher der Name!

Jede Veränderung in ihrer Umwelt erregt sie stark. Kinder mit Autismus können nicht spielen und benutzen ihr Spielzeug in immer gleicher, oft zweckentfremdeter Art und Weise. Sie entwickeln Stereotypien, z.B. Drehen und Kreiseln von Rädern, Wedeln mit Fäden oder Papier.

Autistische Symptome zeigen sich jeweils in unterschiedlichem Ausprägungsgrad. Menschen mit Autismus haben häufig vom Säuglingsalter an Probleme beim Essen und Schlafen und entwickeln selbststimulierende Verhaltensweisen, die bis zur Selbstverletzung reichen können. Oft treten auch Fremdaggressionen in schwerer Form auf. Sie bestehen zwanghaft auf ganz bestimmten Ordnungen oder können ihre Eltern zur Verzweiflung bringen durch exzessives Sammeln bestimmter Gegenstände, durch ihre Weigerung, bestimmte Kleidung zu tragen, durch Wiederholung immer derselben Verhaltensweisen oder sprachlichen Äußerungen.

Die intellektuelle Begabung von Menschen mit Autismus ist sehr unterschiedlich. Sie reicht von geistiger Behinderung bis hin zu normaler Intelligenz, wobei einige erstaunliche Teilleistungen im Rechnen, in technischen Disziplinen, in der Musik und auf anderen Gebieten zeigen.

Nach internationalen Untersuchungen sind von 10.000 Kindern 15 im engeren Sinn autistisch. Von der Störung sind Jungen drei- bis viermal häufiger betroffen als Mädchen. Frühkindlichen Autismus findet man in Familien aller Nationalitäten und sozialen Schichten.

Es gibt trotz umfangreicher Forschungsergebnisse bislang noch kein Erklärungsmodell, das vollständig und schlüssig die Entstehungsursachen der autistischen Störung belegen kann.

So unterschiedlich sich die ursächlichen Faktoren für das Syndrom darstellen, so vielfältig - und jeweils am einzelnen Menschen mit Autismus ausgerichtet - müssen die pädagogischen und therapeutischen Ansätze sein."

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